Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die traditionelle chinesische Medizin ist schätzungsweise um die 6000 – 7000 Jahre alt (ausgegrabene Stein- Akupunktur Nadeln).

Ihre Grundlagen bestehen aus verschiedenen philosophischen Systemen wie der Theorie von Yin und Yang oder den 5 Elementen. Ebenso besteht eine eigene Funktionslehre der Organe usw.

Diese Systeme ermöglichen uns Krankheit und Gesundheit in Form von Gleichgewichten zu beschreiben und zu verstehen, aber auch entsprechend ihrer Mechanismen therapeutisch einzugreifen. Dazu benötigt man eine Diagnose nach der TCM.

Diagnose nach TCM

Die chinesische Diagnostik bedient sich teilweise ähnlicher Verfahren wie die Schulmedizin: Befragung, Untersuchung.

Spezialitäten sind: Die Puls- Diagnostik: Dabei werden beide Pulse genommen und nicht nur die Frequenz, sondern auch die Formen der Pulse analysiert. Die Zungendiagnose: Hier wird auf Form, Farbe, und Belag der Zunge geachtet. Die Gesichtsdiagnose: Im Gesicht können gewisse Tendenzen, aber auch Potentiale des Patienten gefunden werden.

Die Diagnose nach TCM führt zu einer Beurteilung der Gleichgewichte des Yin und Yang, der Fünf Elemente und der Orgenfunktionen (nach der TCM) selbst.

Erst nach einer genauen Diagnostik kann mit einer Therapie begonnen werden.

Yin und Yang

Yin und Yang ist ein grundlegendes System der TCM, das insbesondere aus dem Daoismus stammt. Yang bedeutet Wärme, Trockenheit, Bewegung, steigende Tendenz, d.h. das aktive Element. Yin bedeutet kalt, unbeweglich, materiell, d.h. das statische Element. Yin und Yang stellen eine Methode dar, mit der man die Welt dualistisch erklärt. Mit dem Yin und Yang-Zeichen, dem sogenannten Yin – Yang – Fisch, werden die beiden dargestellt und näher erklärt.

Yin und Yang ist in einem Kreis dargestellt, dieser Kreis bedeutet, dass sie im Leben untrennbar verbunden sind und ein Ganzes ergeben. Sie sind von einer S- förmigen Linie getrennt, was bedeutet, dass die Unterscheidung der beiden nicht starr, sondern fliessend ist. Die Formen von Yin und Yang gehen ineinander über, d.h. Yin kann sich in Yang verwandeln und umgekehrt. Beide können jedoch nicht alleine existieren. Dies ist mit dem Punkt in der jeweilig andersfarbigen Fläche dargestellt. Yin und Yang stehen in Opposition zueinander, beeinflussen sich gleichzeitig gegenseitig und können sich auch ineinander umwandeln. Auch im menschlichen Körper spielen diese Mechanismen eine wesentliche Rolle: Der Körper an sich ist Yin, was darin fliesst ist Yang. Ungleichgewichte der beiden führen zu Krankheit.

Fünf Elementen Lehre

Die zweite grosse Theorie der chinesischen Medizin ist die Theorie der fünf Elemente, die aus der chinesischen traditionellen Philosophie stammt. Der Körper wird aus diesen fünf Elementen zusammengesetzt und Schwächen von einzelnen Elementen können dazu führen, dass Krankheiten entstehen. Man unterscheidet die Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser.

Diese Elemente sind jeweils entsprechenden Organen zugeordnet: Die fünf Elemente und damit Organe stehen miteinander in Verbindung und können sich gegenseitig beeinflussen. Die chinesische Medizin nutzt diese Verbindungen um bei Krankheiten einzugreifen.

Funktionslehre der Organe nach TCM

Die Pathophysiologie, das heisst die Funktionen der einzelnen Organe unterscheiden sich in der chinesischen Medizin deutlich von der Schulmedizin. Während die Schulmedizin sich dabei nur auf die entsprechenden Organ- Gewebe und Strukturen beschränkt, integriert die TCM auch andere Zusammenhänge in die Organfunktion.

Die Leber hat zum Beispiel in der chinesischen Medizin zusätzlich die Funktion die Energie und Blutzirkulation zu Steuern und ist so auch für die Schmerzentstehung von grosser Bedeutung. Sie speichert Blut, was für Probleme mit dem Kreislaufsystem enorm wichtig ist. Weiterhin hat sie Beziehungen mit dem Gefühl Wut, mit den Tränen und dem Auge sowie mit den Bändern/Sehnen und den Nägeln.

Therapie nach der TCM

Nach einer genauen Diagnostik nach der TCM wird in unserer Praxis die Therapie durchgeführt.

Diese setzt sich zunächst aus einer genauen Erklärung der Ursachen der Beschwerden und der therapeutischen Möglichkeiten (Akupunktur, Ernährung, Phytotherapie) zur Bekämpfung der Beschwerden zusammen. Daneben findet ebenfalls ein Coaching statt, wie die Beschwerden durch Verhaltensänderungen beeinflusst werden können.

Die Traditionelle Chinesischen Medizin kann gut mit Therapien den Therapien der Schulmedizin kombiniert werden. Allerdings muss diese Behandlung vor der Therapie bekannt sein, damit entsprechend darauf eingegangen werden kann. Sie wird aus diesem Grund auch im Erstgespräch erfragt.

Die optimale Behandlungsfrequenz und -dauer wird bei der ersten Untersuchung festgelegt und kann je nach Beschwerdebild unterschiedlich sein. Durchschnittlich besteht ein Behandlungszyklus aus etwa sieben bis zwölf Sitzungen einmal pro Woche.

Vorbereitung zur Therapie

Sie sollten sich für die Behandlung Zeit nehmen, vor- und nachher, falls möglich, einer ruhigen Tätigkeit nachgehen und sich entspannen. Kommen Sie nie mit leerem Magen zur Therapie. Wenn Sie am Tag der Behandlung im ersten oder zweiten Tag Ihrer Menstruation sind, informieren Sie uns bitte. Wegen der Zungendiagnose sollten Sie keinen Kaffee oder Schwarztee trinken.

Zusammenarbeit TCM und Schulmedizin

In unserer Praxis wird die Schulmedizin und TCM parallel angewendet, je nachdem wo welcher Ansatz sinnvoll erscheint. Dabei ist zu beachten, dass der Ansatz der Schulmedizin und TCM bei der Therapie verschieden sind. Man kann also sozusagen von zwei verschiedenen Therapiemöglichkeiten gleichzeitig profitieren. Die Schulmedizin arbeitet dabei oft symptomatisch und die TCM energetisch- ursächlich.

TCM Coaching

Das Coaching in der TCM- Behandlung setzt sich aus dem Verständnis der Ursache der Erkrankung und ihrer Beeinflussbarkeit, sowie auch der Begleitung bei persönlichen Veränderungen während der Therapie zusammen. Dr. Grögler benützt dazu Elemente der Psychosomatik, der Systemtherapie und der chinesischen Gesichtsdiagnostik und Ernährungslehre je nach der persönlichen Situation.

Akupunktur

Bei der Akupunktur werden Punkte im Verlauf von Meridianen- das sind «Energieautobahnen»- gestochen. Dadurch wird der Fluss von Energie (Qi) in diesen Leitungsbahnen verändert und somit das interne Gleichgewicht des Körpers verändert. Die Ohrakupunktur ist eine Spezialform der Akupunktur. Ebenso können lokale Erwärmungen von Punkten mittels Moxa (das ist v.a. Beifuss- Kraut) zur lokalen Behandlung von Akupunkturpunkten verwendet werden.

Dr. Grögler verwendet v.a. eine spezielle Form der Akupunktur, welche mit wenigen Nadeln auskommt und wenig schmerzhaft ist (Einnadelakupunktur nach Cheng Dan An). Sie kann sogar bei Kindern eingesetzt werden.

Behandlung mit chinesischen Kräutermedikamenten (Phytotherapie)

Chinesische Kräutermedikamente verwenden wir v.a. zum Aufbau von Energien. Es existieren verschiedenste Mischungen, welche bei Energiemangelzuständen erfolgreich eingesetzt werden können.

Unsere Kräuter beziehen wir von der Apotheke Zurburg in Bad Ragaz, die eine lange Erfahrung in der Aufbereitung solcher Tees besitzt. Sie werden den Patienten direkt von dort zugestellt.

Anwendungsmöglichkeiten der Chinesischen Medizin- Akupunktur

Die TCM und Akupunktur hat viele Einsatzmöglichkeiten. Hier die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Liste ist nicht vollständig, sondern soll auf die vielfältige Wirkungsweise der TCM hinweisen.

Neurologische Krankheiten

  • Schwindel
  • Tinnitus (Ohrgeräusche, Ohrensausen, «Lärm der Seele»)
  • Ischialgien (Schmerzen der Lendenwirbelsäule, z.B. Hexenschuss)
  • Periphere Neuropathien (Nervenleiden)
  • Trigeminusneuralgie (Schmerzattacken im Gesicht)
  • Behandlungen nach Schlaganfall
  • Kopfschmerz/Migräne

Orthopädische Krankheiten

  • Chronische Rückenschmerzen
  • Bandscheibenvorfall
  • Arthritis und Arthrose
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Epikondylitis («Tennisellenbogen»)
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Nackenschmerz, Nackensteife

Innere Krankheiten

  • Anämie («Blutarmut»)
  • Bronchitis
  • Metabolisches Syndrom (Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck, Insulinresistenz; Vorstufe der Diabetes)
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Fettleibigkeit
  • Diabetes mellitus (krankhafte Erhöhung des Blutzuckers)
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Gicht
  • Hämorrhoiden
  • Krampfadern

Gynäkologie/Urologie

  • Menstruationsstörungen
  • Blasenentzündung
  • Sexual- und Fruchtbarkeitsstörungen

Allergien/Hauterkrankungen

  • Heuschnupfen
  • Asthma
  • Akne
  • Ekzeme (z.B. Neurodermitis)
  • Psoriasis (Schuppenflechte)

Magen- und Darmerkrankungen

  • Hyperazidität (Übersäuerung) des Magens
  • Obstipation (Verstopfung)
  • Diarrhö (Durchfall)
  • Akute und chronische Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut)
  • Magengeschwür

Psychische Krankheiten

  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Ängste
  • Psychosomatische Leiden

Weitere Therapiegebiete gibt es viele. Dabei kann die TCM als Haupttherapie gelten oder auch als unterstützende Therapie zur Schulmedizin eingesetzt werden. Eines dieser Gebiete ist die Behandlung von schweren Krankheiten (z.B. Onkologie).

Kosten

Die Kosten der Akupunktur TCM wird über die Grundversicherung verrechnet (vgl. Krankenkassentarif TARMED).